Der Stein der Weisen:
Ewige Jugend?

Text von Georg Schönbächler, illustriert von Anna Sommer

Die Herstellung des Steines der Weisen (Lapis philosophorum) gilt als höchstes Gut in der Alchemie. Es handelt sich dabei nicht um einen Stein, sondern um ein rotes Pulver. Da es dem Feuer widersteht, wird es Stein genannt. Wie Helmut Gebelein in seinem Buch «Alchemie» beschreibt, soll der Stein der Weisen drei Haupteigenschaften haben: Er kann unedle Metalle in Gold verwandeln, er kann – eingeschmolzen in einem Glas – als ewiges Licht verwendet werden, und er ist in Wein aufgelöst ein Unsterblichkeitselixier.

 

In dieser Form nennt man es «Aurum potabile» – «trinkbares Gold». Es wird aber auch behauptet, «aurum» komme nicht vom lateinischen Wort für Gold, sondern vom hebräischen Aour – Licht. Aurum potabile bedeute folglich trinkbares Licht oder trinkbare Lebenskraft. Ausgehend von Beobachtungen im Tierreich, dass sich verschiedene Tiere wie Krebse, Schlangen oder Spinnen häuten, dachte man sich, dass beim Verjüngungsprozess durch trinkbares Gold zuerst Haare und Zähne ausfallen müssen, um dann von Neuem wieder zu wachsen. Da das rote Pulver im Trinkgold wohl häufig Zinnober (giftiges Quecksilbersulfid) war, ist das, was man für den ersten Erfolg der Therapie hielt, nämlich der Zahn- und Haarausfall, eher eine Quecksilbervergiftung.

 

Als Mittel zur Herstellung von Gold, ewiges Licht und Arznei für Unsterblichkeit ist der Stein der Weisen verschwunden. Nicht zuletzt dank Harry Potter hat er auch in jüngster Zeit als litera-risches Motiv eine Wiedergeburt erlebt.

Gelassen älter werden

Elegant durch die Wechseljahre kurven.

Ohne Wehmut auf die Jugend zurückblicken.

Guter Dinge Neues wagen.