Das Theriak:
Ein Universalspezifikum?

Text von Georg Schönbächler, illustriert von Anna Sommer

Über 2000 Jahre hinweg war Theriak das Wundermittel der Ärzte und Apotheker. Ursprünglich wurde die Rezeptur im antiken Griechenland entwickelt, um Bisse giftiger Schlangen zu behandeln. Die Rezeptur des Heilmittels war in die Mauer des Asklepios-Heiligtums auf Kos eingemeisselt. Mithridates, der König von Pontos, erweiterte mit Hilfe seines Leibarztes die Rezeptur des Theriak auf 54 Ingredienzen, darunter auch Zutaten wie Entenblut, Schlangen- und Krötenfleisch. Später kam als Bestandteil auch Opium hinzu.

 

Im Mittelalter wurde Theriak als Allheilmittel für alle möglichen Krankheiten eingesetzt und in den Apotheken in kostbaren Gefässen aufbewahrt. Es gab aber auch viele Fälschungen des inzwischen auf bis zu 300 Bestandteile angewachsenen Mittels. Deshalb wurde es vielerorts in einer öffentlichen Inszenierung von Apothekern, Ärzten und hohen Autoritäten hergestellt. Am bekanntesten war die mehrtägige, mit vielen magischen Ritualen aufgeladene Zubereitung des Venezianischen Theriak. Lange hatte Venedig das Monopol der Theriakherstellung, was sicherlich auch zum Reichtum des Stadtstaates beitrug. Als weitere Herstellungsorte waren Nürnberg und Amsterdam bekannt.

 

Dank seines Gehaltes an Opium war Theriak sowohl Schmerz- als auch Genussmittel. Natürlich hatten auch die euphorisierende Wirkung und das Suchtpotential des Opiums Anteil an der weiten Verbreitung des Theriak. Heute ist das einstige Wundermittel vergessen. Ein bisschen lebt es aber noch in den Schwedentropfen (ohne Opium!) weiter.

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