Sich wohl fühlen in seiner Haut.

Illustriert von Anna Sommer

Sich wohl fühlen in seiner Haut:
Geschützt vor der Sonne die Seele baumeln lassen.

Sich wohl fühlen in seiner Haut:
Mit gestärkten Gliedern bis zum Himmel klettern.

Sich wohl fühlen in seiner Haut:
Den Körper pflegen für den grossen Auftritt.

Der Aeskulapstab:
Wie kommt die Apotheke zur Schlange?

Text von Georg Schönbächler, illustriert von Anna Sommer

Der von einer Schlange umwundene Stab ist seit der Antike ein Symbol für die Heilkunst. Die im Symbol enthaltene Bildersprache lässt verschiedene Interpretationen zu. Die Schlange mit dem Stab ist das Attribut des Asklepios, des griechischen Gottes der Heilkunde. Der Stab weist einerseits darauf hin, dass Ärzte im Altertum oft herumwanderten, andererseits kann er auch als Zepter, als Herrschaftssymbol über die Krankheiten verstanden werden.

Die Schlange hingegen symbolisiert

  • Verjüngung und Abstreifen von Krankheiten durch ihre Fähigkeit zur Häutung,
  • Scharfsichtigkeit und Wachsamkeit sowie
  • Heilkraft, da Schlangenfleisch und Schlangengift auch als Heilmittel eingesetzt wurden.

Zoologisch handelt es sich wahrscheinlich um die sogenannte Äskulapnatter, eine auch in der Schweiz vorkommende, bis 2 Meter lange, ungiftige Schlange. Ihre Verbreitung in Europa ist vermutlich auch auf die Römer zurückzuführen, die in ihren Äskulaptempeln Schlangen züchteten, die später entweder entwichen oder freigelassen wurden.

Eine eher unter Kurioses fallende Erklärung sieht in der Äskulapschlange den Medinawurm, einen 30 bis 120 cm langen parasitischen Fadenwurm der Haut, der aus dem Unterhautbindegewebe von Befallenen durch langsames Aufwickeln auf einen Stab entfernt wird, eine Technik, die bereits im Altertum angewandt wurde.