Die Heilkraft der Pflanzen nutzen

Wenn man es kaum mehr aushält: Lavendel beruhigt das Herz und die Seele.

Wenn die Bronchien belegt sind: Pelargonium lässt der Stimme wieder freien Lauf.

Wenn die Sahnetorte des Guten zuviel war: Pfefferminzöl löst Blähungen und entspannt.

Das Dosis-Wirkungs-Prinzip:
Ist alles Gift?

Text von Georg Schönbächler, illustriert von Anna Sommer

Der Einsiedler Arzt Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493 – 1541), genannt Paracelsus, schrieb in seinem Buch Septem Defensiones: «Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht's, dass ein Ding kein Gift sei.» Damit formulierte er als erster das sogenannte Dosis-Wirkungs-Prinzip, das in der heutigen Pharmakologie als zentrale Gesetzmässigkeit gilt.

Die Wirkung eines Arzneimittels hängt ganz wesentlich von der verabreichten Menge ab: wird eine zu geringe Quantität gewählt, tritt keine Wirkung ein. Erhöht man die Dosis, wird die minimale therapeutische Konzentration des Wirkstoffs im Blut erreicht. Wenn die Dosis weiter gesteigert wird, beginnt das Medikament zu wirken, doch ab einer gewissen Menge von Wirkstoff im Blut treten toxische Effekte auf. Dies nennt man die minimale toxische Konzentration. Die Differenz zwischen minimaler toxischer und minimaler therapeutischer Konzentration wird «therapeutisches Fenster» genannt und ist für jeden Arzneistoff unterschiedlich.

Vitamin C oder die Penicilline sind Stoffe mit einem grossen therapeutischen Fenster, als Beispiel für Stoffe mit kleinem therapeutischen Fenster seien die Präparate aus dem roten Fingerhut (Digitalis purpurea) erwähnt, die bei Herzschwäche eingesetzt werden.